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Osteoporose - Handeln bevor der Knochen bricht
Osteoporose ist eine der großen Volkskrankheiten und weist wie kaum eine andere Erkrankung einen derart steilen Anstieg der Erkrankungshäufigkeit auf. In Deutschland leiden fast 8 Millionen Menschen über 50 Jahren an Osteoporose, jede dritte Frau und jeder fünfte Mann sind betroffen. Die direkten und indirekten Krankheitskosten belaufen sich in Deutschland auf rund 5 Mrd. Euro jährlich.
Die Kostentreiber sind in erster Linie die durch die Osteoporose verursachten Knochenbrüche, auf die fast 2/3 aller Osteoporose-bedingten Ausgaben zurückzuführen sind. Die häufigste und gleichzeitig auch kostspieligste Fraktur ist die Hüft- bzw. Schenkelhalsfraktur, die 2003 in Deutschland fast 100.000 Mal osteoporosebedingt auftrat. Fast 1/4 der Patienten mit einer Schenkelhalsfraktur verstirbt innerhalb eines Jahres nach der Fraktur, fast die Hälfte muss erhebliche Einschränkungen ihrer Mobilität hinnehmen und wird pflegebedürftig. Bis zum Jahr 2050 wird das Auftreten von Hüftfrakturen durch Osteoporose bei Männern um 310% und bei Frauen um 240% zunehmen.
Dennoch besteht gerade in Deutschland eine erhebliche Unter- und Fehlversorgung von Patienten mit Osteoporose, obwohl ihre Diagnose relativ leicht und preiswert zu stellen ist und zu ihrer Behandlung zahlreiche gute Medikamente zur Verfügung stehen. Stiefmütterlich als normaler Alterungsprozess oder Altfrauen-Erkrankung abgetan wird sie viel zu selten richtig, zu selten rechtzeitig und noch seltener mit den zur Verfügung stehenden Therapien konsequent behandelt. Von den 8 Mio. Osteoporose-Betroffenen wird lediglich bei 1,5 Mio. die richtige Diagnose gestellt und nur 1,2 Mio. werden ausreichend behandelt. Unbehandelt führt die Knochenbrecherin Osteoporose zu gravierenden Einbußen an Lebensqualität, zu Behinderungen, Pflegebedürftigkeit und zu einer vorzeitigen Sterblichkeit.
Osteoporose kann jeden von uns treffen: nicht nur Frauen, auch Männer und sogar Kinder!